Universität im 21. Jahrhundert

Die Situation, in der sich Universitäten heute befinden, ist durch eine Paradoxie gekennzeichnet. Einerseits werden in hochschulpolitischen Diskussionen die klassischen, traditionsgeladenen Ideale der Universität reproduziert. Andererseits hat sich die Universitätspraxis in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert: Entwicklungen wie die bürokratische Verregelung, Orientierung an Mustern der Massenproduktion, Mangel an Strategien und Zielen für die Organisation Universität, zunehmende Ausnutzung einer auf Öffentlichkeit angelegten Institution durch Eigeninteressen oder der wachsende Zweifel an Sinn und Reorganisationsfähigkeit der Institution im Ganzen stehen im Widerspruch zum oftmals zitierten, wenngleich nie begrifflich bestimmten "gesellschaftlichen Auftrag' der Universität. Dieser erste Band zur Schriftenreihe "Universität und Gesellschaft" versteht sich als interdisziplinär orientierter Versuch einer Selbstbeobachtung der Universität durch die Universität, die zum Ziel hat, die Interdependenz von Begriff und Organisation der Wissenschaft als Thema des Diskurses über die Organisation "Universität' wiederzugewinnen - jenseits eines rein auf die Form bezogenen "hard managerialism' für Universitäten. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, kultureller, politischer, wirtschaftlicher und institutioneller Rahmenbedingungen behandelt ein Kreis internationaler AutorInnen aus den Bereichen Philosophie, Soziologie, Kunst, Politik und Wirtschaft, Organisationsforschung und Hochschulmanagement Momente universitärer Praxis, die die Zukunft der Universität als Organisation prägen werden und die Chancen bieten, ein Selbstverständnis der Universität als komplexer Organisation entstehen zu lassen.  

Stephan Laske, Tobias Scheytt, Claudia Meister-Scheytt, Claus Otto Scharmer (Hrsg.)

Universität und Gesellschaft
Schriftenreihe zur Universitätsentwicklung  1 2000. 507 S.,
4 Graf Hampp, R. ISBN 3-87988-495-1 Pb. Bestellnummer 387988495
EUR 34,80



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