Die geheimnisvollen Herren von C&A

 C&A – Ein verschworenen Familienclan als Global Player  Jeder kennt C&A, kaum jemand die Herren dahinter: Das Modeunternehmen wird nunmehr in fünfter Generation von der Familie Brenninkmeyer geführt. Gesellschafter wird nur, wer direkt von den Gründern Clemens & August abstammt. Ursprünglich aus einem kleinen Städtchen im Münsterland stammend, ist C&A heute vor allem eines der größten und ältesten Modehäuser der Welt. Aber auch in anderen Branchen engagiert sich der Konzern. Ein Tochterunternehmen verwaltet einen milliardenschweren Immobilienbesitz , zu dem Luxus­appartements in Brasilien und ganze Häuserblocks in europäischen Fußgängerzonen gehören, über eine weitere Firma mischen die Brenninkmeyers als Kapitalgeber im Private Equity-Geschäft mit.

Bettina Weigunys Unternehmensgeschichte Die geheimnisvollen Herren von C&A ist das erste Buch, das einen Blick hinter die Kulissen des öffentlichkeitsscheuen Familienunterneh­mens wirft. Über die Generationen lebten die Brenninkmeyers nach ihren eigenen Gesetzen – zurückgezogen, streng katholisch und patriarchalisch. Keine Geschäftseröffnung ohne Gottesdienst, keine Frauen im Management, keine Scheidungen, keine Gewerkschaften. Dafür gab es sichere Arbeitsplätze, übertarifliche Bezahlung und beste Karrierechancen auch für die Kinder der Angestellten. Der ungewöhnlichen Fürsorge des Unternehmens entspricht die Selbstverpflichtung des Managernachwuchses auf die ungeschriebenen Gesetze von C&A: Loyalität, Disziplin und Verschwiegenheit.

Dass sich aktuelle C&A-Chefs, Manager, Familienmitglieder und Vertraute der Familie erst­mals den Fragen einer Journalistin gestellt, ihre Firmenphilosophie erläutert und ihre Archive geöffnet haben, hat viel mit der Krise des Unternehmens in den Neunzigern und Konkurren­ten wie H&M und Zara zu tun – die globalisierte Welt verlangt neue Strategien. Und so erzählt dieses Buch nicht nur die wechselvolle Geschichte eines erfolgreichen Familienclans, sondern vom Aufstieg und Niedergang der Textilindustrie in Deutschland insgesamt – und von den Antworten, die ein Unternehmen wie C&A auf die Herausforderungen der Zukunft geben kann.

Bettina Weiguny, geboren 1970 in Freiburg, studierte Germanistik und Anglistik in München, Newcastle (England) und Göttingen. Von 1996 bis 1998 arbeitete sie als Journalistin für das Nachrichtenmagazin Focus und die Deutsche Presseagentur in München. Später berichtete sie für Focus aus Brüssel über EU-Themen. Heute schreibt sie als freie Autorin (u.a. für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung). Sie lebt in Bad Soden am Taunus.

BBIBB


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